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Vom Vogelparadies aufs Klo

  • Autorenbild: Marion Marquardt
    Marion Marquardt
  • vor 2 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Eine Stunde bis zu Tor in eine andere Welt


Minca - Dschungelerlebnis an der Karibikküste


Inzwischen steht das Datum (mehr oder weniger) fest, an dem unser Schiff in Cartagena einläuft. Aus Anfang Januar ist Mitte Januar geworden. Wir haben noch ein Ziel auf der Agenda bevor es in Richtung Hafen geht - Minca. Eine kleine Stadt mitten im Dschungel dennoch nur eine Stunde Fahrt von der Küste entfernt. Nicht nur die Natur lockt uns, sondern auch die etwas angenehmeren Nachttemperaturen mit knapp über 20 Grad. Ein willkommenes Downgrade :-)



Micha ist motiviert, Vögel zu beobachten. Hier, in der Sierra Nevada de Santa Marta gibt es viele endemische Arten und einige Vogelschutzreservate. Die ersten beiden Tage steht er zur Dämmerung mit seinem Teleobjektiv bereit - natürlich mit Guide. Die Ausbeute lässt sich sehen.



Tukan am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen.....
Tukan am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen.....

Dieser Lustige kleine Affe hatte es auf Bananen abgesehen
Dieser Lustige kleine Affe hatte es auf Bananen abgesehen

Ich komme entweder mit Diego nach oder wir treffen uns zum gemeinsamen Frühstück. Der Ort an sich bietet einige gastronomische Optionen, alles auf den ausländischen Touristen ausgerichtet. So viele Gringos wie hier haben wir in 10 Wochen Kolumbien noch nicht gesehen :-)


Das Dorf an sich ist nicht gerade hübsch, dazu ziemlich laut und chaotisch. Diego freut sich über den gut besuchten Spielplatz, eine Seltenheit auf der Reise.



Unter Vogelliebhabern


Da wir noch einige Tage bis zur geplanten Hafeneinfahrt in Cartagena haben, beschließen wir spontan, weiter in die Höhen der Sierra Nevada zu fahren. Ein riesiges Vogelschutz Reservat ist auf 2.000 m Höhe. Zu erreichen über eine 5 km lange Offroad Strecke oder mit teurem Privatransport. Problem: wir haben kaum mehr Diesel im Tank (die nächste Tankstelle ist 30 min in die entgegengesetzte Richtung) und es gibt keinen Camping- oder Stellplatz. Unser Campingplatz Besitzer stellt eine Kontakt her und siehe da, der Nachbar verspricht uns für den nächsten Morgen 10 Liter Diesel - natürlich gegen einen angemessenen Aufpreis. Wir fragen bei einer Luxuslodge, deren Zielpublikum eher wohlhabende Vogelliebhaber, meist aus den USA, sind, an, ob wir dort gegen eine kleine Spende campen dürfen. Tatsächlich - beide Probleme gelöst. Einfach fragen :-)


Wir machen uns auf in die Höhe, die Aussicht auf kühle Temperaturen und Ruhe motiviert uns. Schon bald sind wir auf der Offroad Strecke - im Nachhinein erfahren wir, dass sie zu den TOP 5 der schlechtesten Straßen Kolumbiens gehört. Wir zuckeln im Untersetzungsgetriebe mit max. 4 kmh nach oben, werden von Fußgängern überholt. Vor allem haben wir Angst um unsere Stoßdämpfer. Sichtlich mit den Nerven am Ende kommen wir nach mehr als 2 Stunden an und werden freundlich begrüßt. Wir sind sprachlos, wie schön der Ort ist, mit Blick auf die vergletscherten Gipfel in die eine, das karibische Meer in die andere Richtung. Auf dem Gelände gibt es unzählige Trails zum Vögelbeobachten. Micha zieht am nächsten Morgen hochmotiviert los.


Restaurant mit Aussicht
Restaurant mit Aussicht



Diego mal wieder am fotografieren mit dem Handy...
Diego mal wieder am fotografieren mit dem Handy...

Mal wieder auf dem Klo


Für den Tag danach investieren wir in einen Vogelspezialisten, der mit uns zum Sonnenaufgang in den hohen Nebelwald fahren soll. So der Plan. Mittags klagt Micha über Magengrummeln, nachmittags plagt ihn Schüttelfrost und ab 19 Uhr kommt er nicht mehr von der Toilette runter. Eine schlaflose Nacht steht bevor (auch für mich, da Micha alle 20 min über mich drüber klettert und das Bett verlässt.) Um 4 Uhr morgens klopft der Guide an unsere Tür. Eine Absage war nicht mehr möglich, da er sich schon am Vorabend auf den Weg zum Reservat gemacht hatte. Und so ziehe ich mit Diego zusammen los, Michas Kamera im Gepäck. Oben angekommen beobachten wir einen der spektakulärsten Sonnenaufgänge meines Lebens, vor einer wunderschönen Kulisse. Das war der entspannte Teil. Dann geht's los zur Vogelbeobachtung. Wie das mit Diego und Fotografieren funktionieren soll, ist mir ein Rätsel. Schließlich ergibt sich ein doch sehr entspannter Modus, der so nicht planbar war: Diego läuft alles selbst, der Guide fotografiert mit Michas Kamera. Es hat sich wirklich gelohnt.



Zurück im Camper geht es Micha nicht besser, er behält leider nicht mal Wasser im Körper. Jetzt wird alles aus der Hausapotheke eingeworfen, was helfen könnte, zum Glück ist die gut bestückt. Die Zeit drängt, der Termin für die Hafeneinfahrt wurde - wider Erwarten - nicht mehr verschoben. In dem Zustand ist Micha allerdings nicht mal als Beifahrer fahrtauglich. Wir warten noch zwei Tage und brechen schließlich auf - beide sichtlich gerädert. Micha natürlich deutlich mehr, aber auch mich zeichnet der Schlafmangel und die 24/7 Kinder- und Krankenbetreuung.


Die letzten Vorbereitungen laufen


Jetzt heißt es, die letzten Kilometer in Kolumbien fahren und alles für die Verschiffung vorzubereiten. Wobei, viel vorzubereiten gibt es nicht. Vor allem muss das Fahrzeug frei von Lebensmitteln und Medikamenten sein, Gas und Tank (fast) leer. Wir nutzen den Anlass für eine Ausmist- und Putzaktion. Ja, selbst auf diesem kleinen Raum sammelt sich im Laufe der Zeit einiges unnötiges an. Und dann heißt es, einige Zeit in Hotelzimmer bzw. Ferienwohnungen umzuziehen. Erst in Cartagena, dann in Veracruz, und dazwischen??? 

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