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Regenwald, Strände und Tiere ohne Ende

  • Autorenbild: Marion Marquardt
    Marion Marquardt
  • 4. März
  • 4 Min. Lesezeit

Nach einige Tagen an Costa Ricas Pazifikküste, wollen wir noch ein paar andere Ökosysteme sehen und fahren ins Landesinnere. In Monteverde angekommen sind wir erstmal schockiert, wie kühl und windig es ist. Anscheinend normal im Januar...


Nachts im Dschungel


Hier haben wir den ersten "Nightwalk" geplant. Da etwa 80% der einheimischen Tierwelt nachtaktiv ist, eine vielversprechende Unternehmung. Diego und ich kommen mit, schließlich starten wir direkt nach Sonnenuntergang um 18 Uhr. Wir sind noch erstaunter, was unser Guide Jason in der absoluten Dunkelheit findet. Schlafende Vögel und Affen sowie Schlangen und Skorpione. Micha zieht am nächsten Morgen nochmals mit Jason los, diemal mit Fokus auf Vögel, und ist absolut begeistert. Ich bin froh, nicht mit Diego 5 Stunden lang auf Trails durch den windigen Wald zu laufen. Seine Geduld und Ausdauer für Tierbeobachtungen und Laufstrecken ist begrenzt. Wir vergnügen uns lieber auf dem Spielplatz. Micha ist absolut begeistert als er zurückkehrt. Sogar den vom Aussterben bedrohten, sehr seltenen Quetzal haben die beiden gefunden. Der wohl schönste Vogel Costa Ricas, wenn nicht überhaupt. Und ganz nebenbei turnt noch eine Bande Klammeraffen über ihnen herum. Was die Tiervielfalt angeht, so ist Costa Rica für uns bisher unübertroffen.



Der Quetzal - wohl einer der schönsten Vögel der Welt
Der Quetzal - wohl einer der schönsten Vögel der Welt

Unterwegs im artenreichen Regenwald


Bunte Frösche fehlen uns noch auf der Kamerarolle. Umso mehr freuen wir uns, dass es an unserer nächsten Station einen Froschteich gibt. Gleich nach Anbruch der Dunkelheit machen wir uns auf und finden, selbst ohne Guide, den hübschen Rotaugenlaubfrosch - das wohl beliebteste Fotomotiv des Landes. Wir haben uns auf der einzigen Lodge im Arenal Nationalpark einquartiert, direkt am Fuße des imposanten, gleichnamigen Vulkans. Erst seit 2010 ist er nicht mehr aktiv. Leider momentan konstant in Wolken und Nebel gehüllt. Die Lodge hat ihren Preis, allerdings ist die Lage unbezahlbar. Ein großes Wegenetz zieht sich durch den Primärwald, ein einzigartiges Ökosystem ist auf dem fruchtbaren Vulkanboden entstanden. Micha ist begeistert von der Vogelwelt und komplettiert seine Fotoserie der einheimischen Tukane. Immerhin 6 verschiedene Arten gibt es in Costa Rica - einer schöner wie der andere. Wir sind noch zwei weitere Tage in der Vulkangegend, leider haben wir kein Glück mit dem Wetter und bekommen den Arenal Vulkan kein einziges Mal zu Gesicht - nur dicht hängende Wolken und Nebel. Immerhin reichern wir unsere Tiersichtungen immer mehr an, unter anderem mit einigen giftigen Exemplaren wie der Eye Leash Viper und dem winzigen Blue Jeans Frog. Ich verwende hier bewusst die tollen, sprechenden englischen Bezeichnungen. Wen interessiert schon eine Greifschwanz-Lanzenotter? Das alles ist allerdings nur möglich, weil wir fast ausschließlich mit Guide unterwegs sind. Ohne die professionelle Unterstützung würden wir so gut wie nichts finden.


Der Rotaugenfrosch - das wohl beliebteste Fotomotiv des Landes
Der Rotaugenfrosch - das wohl beliebteste Fotomotiv des Landes


Ein Paradies für Faultiere


Eine ganz besondere Erfahrung ist unser Besuch bei José in Guapiles, einer weniger touristischen Region in Costa Rica. Er hat sein Grundstück mit viel Hingabe über Jahre hinweg aufgeforstet und ein Paradies für Faultiere geschaffen. Wir sind rein zufällig in der Gegend, mal wieder um Fahrzeiten aufzuteilen. Die Anzahl an Vogelarten bei José ist enorm, was uns aber wirklich beeindruckt (und was uns im Costa Rica Tier-Portfolio noch fehlt), sind Faultiere von Nahem. Und tatsächlich, wir sehen nicht nur das Dreifingerfaultier, sondern auch das etwas seltenere, nachtaktive Zweifingerfaultier. Dazu sogar noch eine Mama mit ihrem 1-monatigem Baby. Faultiere schlafen übrigens bis zu 22 Stunden am Tag und haben einen extrem niedrigen Herzschlag. Alles um Energie zu sparen, denn sie ernähren sich fast nur von den kalorienarmen Blättern der Ameisen- und Mandelbäume. Ihre Mission: schlafen. Nur die Babies sind etwas aktiver.


WOW - Wir sehen ein Baby Zweifingerfaultier
WOW - Wir sehen ein Baby Zweifingerfaultier


Schließlich suchen wir nochmals nach einigen Fröschen, die  beim letzten "Shooting" zu schnell davongehüpft sind. Diego machen vor allem die Waldwege mit den vielen Wurzeln und Steinen Spaß. Am besten gefällt ihm allerdings, als wir zum Schluß selbstgepressten Zuckerrohr-Saft probieren dürfen. Well deserved :-) 


Endlich gefunden - der Frosch ist in Wirklichkeit winzig klein
Endlich gefunden - der Frosch ist in Wirklichkeit winzig klein

Diego hat durchaus seinen Spass an den vielen Hindernissen
Diego hat durchaus seinen Spass an den vielen Hindernissen

Zwischen Giftschlangen und Brüllaffen


Unsere letzte Station in Costa Rica ist der Cahuita Nationalpark, direkt an der Karibikküste. Bei unserer Ankunft allerdings sieht die Landschaft ganz und gar nicht karibisch aus. Wir sind im Dauerregen, das Meer ist aufgewühlt und dreckig. Leider zieht gerade eine Regenfront aus den USA nach Süden. Immerhin haben wir am zweiten Tag Glück und der Himmel ist wieder blau. Wir machen uns auf den Weg durch den Nationalpark; es gibt nur einen einzigen Trail, immer an der Küste entlang. Momentan sind wegen der hohen Wasserstände in den Flüssen nur die ersten 1,5 km geöffnet. Ein entspannter Spaziergang mit Diego.


Wir erwarten ehrlich gesagt nicht mehr viel, da wir nach etwa 2 Wochen fast diegesamte Bandbreite der costaricanischen Tierwelt gesehen haben. Und wir werden mal wieder überrascht. Tatsächlich entdecken eine gelbe Lanzenotter - eine Giftschlange, die wir zum ersten Mal sehen. Immer wieder turnen Brüllaffen über uns herum, teilweise sogar mit Babies. So süß. Perfekt, um die Affen-Fotoserie aufzustocken. Und auch hier entdecken wir ein Zweifingerfaultier, die ja eher die Hitze mögen; diesmal sogar mit Baby, direkt über uns. Wir sind geflasht. Die Strände können wir leider wegen des wilden Seegangs nicht nutzen, dennoch hat sich für uns der Besuch im Nationalpark gelohnt. Genauso wie Costa Rica als Land.


Bei sichtlich besserem Wetter am nächsten Tag
Bei sichtlich besserem Wetter am nächsten Tag


Es ist erstaunlich, wie viele unterschiedliche Tierarten wir in der Kürze der Zeit gesehen haben. Alles in freier Wildbahn; oftmals an banalen Orten und in unerwarteten Situationen. Man merkt der Tierwelt an, dass sie hier gut geschützt wird und unbesorgt leben kann. Pura Vida!

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