top of page

Pura vida - im Einklang mit der Natur

  • Autorenbild: Marion Marquardt
    Marion Marquardt
  • 27. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Der Aufenthaltsort während der Wartezeit auf unser Auto steht fest: Costa Rica. Etwa 7 Tage wird die RoRo Fähre mit unserem Hugo an Bord nach Veracruz, Mexiko, brauchen. Zudem dürfen wir ihn weitere 7 Tage kostenlos im Hafen stehen lassen. Und dazwischen? Pura Vida! Wir haben Lust, was zu erleben und Tiere zu sehen. Nach 5 entspannten Hoteltagen in Cartagena sehnen wir uns nach Abwechslung, vor allem mit Hinblick darauf, dass uns dasselbe in Veracruz nochmal erwartet.



Hasta luego, Kolumbien


Kurzer Rückblick, wie der erste Teil der Verschiffung in Cartagena gelaufen ist. Wir sind seit Wochen - etwa 4 Wochen vorher - mit Ana, unserer Agentin in Kontakt. Sie organisiert für uns alles vor Ort. Die Kommunikation ist nicht immer einfach, klare Aussagen oder gar Termine gibt es kaum. Schwierig für uns Deutschen :-) Letztendlich erfahren wir 3 (!) Tage vorher, wann Hafeneinfahrt ist. Da sind wir mitten in der Sierra Nevada de Santa Marta, Micha liegt mit Magen-Darm-Infekt flach. Aber so ein bißchen Spannung ab und zu schadet ja nicht und natürlich schaffen wir alles. Letztendlich läuft die Pack- und Putzaktion maximal effizient an einem Tag ab. Die Hafeneinfahrt hingegen ganz und gar nicht. Eigentlich parken wir unser Auto "nur" im Hafen, davor wird es gewogen und gescannt. Zwischen jedem Schritt liegen allerdings unendliche Wartezeiten und das in der stehenden Hitze von Cartagena (+ 40° C), auf Beton und Teer, umringt von Containern. Den Fahrzeugschlüssel müssen wir abgeben, die Wohnkabine und sonstiges ist gut verkeilt und zugesperrt. Einen Tag vor Abfahrt des Schiffes steht noch die Drogeninspektion an. Nur der Fahrzeughalter - also ich - darf anwesend sein. Ich werde vom Hafenpersonal angewiesen, die Außenfächer zu leeren und den Innenraum zugänglich zu machen. Nach einiger Zeit trudelt die Polizei ein, 5 Mann im Pickup plus der Hund auf der Ladefläche. Die Stimmung scheint gut. Eine Hand zwar meist an der Waffe, schlendert die Gruppe um die Fahrzeuge, begleitet von lautstarkem kolumbianischen Beat aus dem Handy. Die Inspektion läuft reibungslos - gründlich werden vor allem der Motorraum und die Reifen untersucht. Der Innenraum wird mit äußerstem Respekt und Vorsicht einmal grob kontrolliert. Dann darf der Drogenhund schnüffeln. Fertig! Hab ich gedacht. Jetzt warten wir auf die Freigabe, d.h. eine Unterschrift auf dem Inspektionsprotokoll... warten, und warten und warten. Ist es die letzte Erfahrung kolumbianischer Ineffizienz für uns? Natürlich nicht, schließlich fliegen wir von Cartagena aus los.


Das grosse Warten
Das grosse Warten


Auf einmal läuft alles wie am Schnürchen


Umso überraschter sind wir, als in Costa Rica alles reibungslos läuft. Gepäck und Mietwagen abholen, sowie Bargeld und SIM Karte besorgen in Rekordzeit, dann exakt in der von Google Maps prognostizierten Fahrzeit ins Hotel düsen. Wir merken sehr schnell, dass Costa Rica voll auf den (gut zahlenden) Touristen ausgerichtet ist. Unsere Spanischkenntnisse sind überflüssig. Hier haben wir - ganz entgegen unserem üblichen Reisemodus - das meiste geplant und gebucht. Schließlich wollen wir das Beste aus der kurzen Zeit rausholen. Und Micha freut sich schon auf die Tierfotografie. Unser erster Stop in einer Birding Lodge in Tarcoles ist eher der Tatsache geschuldet, dass wir die Fahrzeiten mit Diego auf 2-3 Stunden pro Tag begrenzen wollen. Und schon hier sehen wir Nasenbären (Coatis), Affen und natürlich unzählige bunte Vögel. Das Klima haut uns allerdings vom Hocker, hier ist es heiß und tropisch-feucht. Kein Wind. Ich bin heilfroh, dass wir nicht ohne Klimaanlage im Camper schlafen müssen.



Ein seltener Gast hier....
Ein seltener Gast hier....

Viele Tiere, noch mehr Menschen


Für den kommenden Tag steht der Manuel Antonio Nationalpark auf dem Programm - der zweitfrequentierteste Nationalpark in Süd- und Mittelamerika (Nr. 1 ist Machu Picchu in Peru). Wir haben Harold als Guide an der Seite und brechen früh auf - so früh es halt geht. Schließlich öffnet der Park erst um 7 Uhr die Pforten. Bis dahin haben die Tiere ihre Ruhe, ebenso jeden Dienstag, wo der Park ganz geschlossen bleibt. Hier, genauso wie in ganz Costa Rica, werden die Tiere und die Natur wirklich geschützt. Im Park ist jegliches Essen verboten. Die einzige Cafetería innerhalb ist hinter Gittern, d.h. die Menschen müssen in den Käfig. Die Idee gefällt mir irgendwie :-)


Menschen Im Käfig
Menschen Im Käfig

Harold zeigt uns einen diversen Abriss der hiesigen Tierwelt. Von Schlangen, über Insekten bis hin zu Faultieren. Immer wieder erstaunlich, was ein geschultes Auge so alles entdeckt. Am nächsten Tag versuchen wir unser Glück alleine... erfolglos bis auf das Faultier, das fast vor uns vom Baum fällt. Die Strände im Park sind wunderschön, allerdings auch hoffnungslos überfüllt. Zumindest ab 10 Uhr, wenn der Standardtourist ausgeschlafen hat. Wir stehen jeden Tag um 6 Uhr auf, manchmal allerdings nur Micha. Ab und zu, wenn es keinen Sinn macht, bleibe ich mit Diego noch etwas länger im Bett. Das Frühaufstehen lohnt sich wirklich. Die meisten Tiere sind frühmorgens am aktivsten, bevor die große Hitze kommt. Eine Ausnahme ist das Faultier - born to sleep. Sehr schwer zu finden, da es sich kaum bewegt, aber dann ein einfaches Fotomotiv. Sloth motion ist die Steigerung von slow motion :-)



Sloth Motion...
Sloth Motion...

Sogar Diego vertraut unserem Führer
Sogar Diego vertraut unserem Führer

Ein schöner Rücken kann auch entzücken


Wir fahren an der Pazifikküste weiter entlang in Richtung Süden. Im Marino Ballena Nationalpark sollen gerade die Buckelwale vorbeiziehen. Erstmal sind wir wieder geschockt über die vielen Touristen. Zusätzlich zu unserem Boot mit etwa 20 Passagieren sind noch 7 weitere unterwegs. Schon nach kurzer Zeit finden wir ersten Buckelwale, eine Mutter mit ihrem Baby. Leider ist außer hin und wieder einem Rücken nichts zu sehen. Eine Enttäuschung verglichen mit der "Show", die wir in Peru erleben durften. Immerhin zeigt uns ein Männchen zum Schluss noch seine Schwanzflosse.


Die Schwanzflosse gabs nur auf Video
Die Schwanzflosse gabs nur auf Video

Die Strände hier sind wunderschön, keine Infrastruktur, kein Müll. Einfach nur Natur. Oftmals sieht man Affen in den Bäumen herumspringen. Und frühmorgens hat man so manchen Strand für sich alleine :-)



Toller Sonnenuntergang inklusive...
Toller Sonnenuntergang inklusive...

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page