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  • Marion Marquardt

Der Weg ins Pantanal - das weltweit grösste Überschwemmungsgebiet und seine überbordende Tierwelt

Aktualisiert: 29. Nov. 2022

Der Weg ist das Ziel - wir entdecken wunderschöne Plätze entlang unserer Strecke im Süden Brasiliens
Brasiliens Gastfreundschaft ist überragend - wir fühlen uns überall herzlich willkommen
Holprige Wellblechpisten und marode Brücken - die Transpantaneira ist eine Härteprüfung für Fahrer und Auto
Bunte Papageien, süße Capybaras, Anakondas und unzählige Kaimane - die Tierwelt könnte nicht vielfältiger sein
Mangos, Papayas, Bananen und andere tropische Früchte zum Pflücken nah - wir fühlen uns wie im Schlaraffenland

Wir haben uns auf den Weg nach Brasilien gemacht. Eigentlich hatten wir ja geplant, direkt von Uruguay aus Richtung Süden zu fahren. Allerdings war es dort im September noch ziemlich kalt, und das winterliche Klima in Feuerland soll noch um einiges härter sein. Darum geht's erstmal Richtung Norden. Unser Ziel: das Pantanal, das größte Binnenland-Feuchtgebiet der Erde. Mit seinen vielen Süßwasserseen, zahlreichen Flüssen und dem Rio Paraguai als Hauptfluss hat sich ein artenreiches Feuchtgebiet entwickelt. Ein Gebiet, das nicht sehr einfach zugänglich ist. Es gibt nur wenige Straßen und die sind... naja, ihr werdet es noch lesen. Aber nun von vorne.

Wir starten von Punto del Diablo, unser letzter Halt an der uruguayischen Küste. Von dort aus sind es 2.658 km bis Cuiabá, laut Google Maps rund 38 Stunden Fahrzeit. Das wird hart. Wir kennen die Straßenverhältnisse nicht und planen mal großzügig mit 10 Fahrtagen. Und Cuiabá ist nicht mal das eigentliche Ziel. Von dort sind es weitere 105 km nach Poconé, bis zum Beginn der Transpantaneira. Die Transpantaneira ist die einzige Straße, die ins Pantanal führt, von Poconé aus145 Kilometer bis nach Porto Jofre. Dort endet sie am Rio Sao Lourenço, einem beindruckend großen Fluss. Bis genau dahin wollen wir kommen, um möglichst tief in diese besondere Welt einzutauchen.


An unserem ersten Fahrtag gilt es erstmal den Grenzübergang nach Brasilien zu meistern. Und das ist auch noch unsere erster Grenze in Südamerika mit Hugo. Erstmal fahren wir einfach durch. Das ist ehrlich gesagt überhaupt kein Problem, niemand interessiert das. Rechts und links der Fahrbahn sind zwar Gebäude, aber die Straße ist offen. Aber Moment – wir brauchen ja Aus- und Einreisepapiere. Nicht nur für uns, sondern auch für das Auto. Also wieder zurück zur uruguayischen Seite. Wir fragen uns durch. Zunächst werden bei der Migración unsere Reisepässe gestempelt. Dann wird unser TIP bearbeitet. (Anm. d. Red.: ein Zolldokument, das sog. Titulo de Importación de Vehiculos, mit dem Papier wir uns zur Wiederausfuhr des Fahrzeuges innerhalb eines festgesetzten Zeitraumes verpflichten). In Uruguay hätte unser Auto 1 Jahr bleiben dürfen. In Brasilien sind es nur 3 Monate. Passt locker. Länger dürfen wir ohne Visum auch nicht bleiben. Auf der brasilianischen Seite wiederholen wir das Procedere für die Einreise. Klingt recht einfach. Ist es auch, wenn man die entsprechenden Schalter findet und die Beamten Zeit haben. Die Brasilianer mussten erstmal ihre Telenovela fertig schauen, bevor wir dran waren. Wir wurden aber natürlich sehr freundlich und zuvorkommend behandelt, viele Touristen fahren hier nicht über die Grenze.


Jetzt fahren wir erstmal einen Supermarkt an. Vor der Grenze haben wir geschaut, dass unser Kühlschrank einigermaßen leer ist. Immer wieder hört man, dass die Fahrzeuge vom Zoll durchsucht und Obst, Gemüse und Fleisch abgenommen werden. Wir haben Glück und keinen interessiert unsere Ladung. Naja, in Brasilien sind Lebensmittel eh viel günstiger als in Uruguay. Endlich können wir uns wieder mit Schokolade, Bodylotion etc. eindecken! Und auch die Obstauswahl ist riesig und wir packen allerlei tropische Früchte wie Mamão, Drachenfrucht etc. ein.


Dann fahren wir noch den restlichen Tag, bis zum Sonnenuntergang. Nach unserem ersten Malheur mit der Heckbox in Uruguay haben wir uns fest vorgenommen, nicht mehr im Dunkeln zu fahren. Auch viele Einheimische raten uns das - auch wenn sie sich selbst nicht dran halten. Es ist aber auf jeden Fall sinnvoll. Denn spätestens in jedem Dorf gibt es diese fiesen Speedbumps. Manchmal mit Schildern angekündigt, manchmal aber auch nicht. Und dann noch Tiere auf der Fahrbahn, tot oder lebendig. Wir versuchen also, rechtzeitig vor Sonnenuntergang einen Campingplatz zu finden. Das ist nicht immer so einfach, denn die Infrastruktur der "Campingplätze" in Brasilien ist nicht immer für Fahrzeuge ausgelegt. Mit dem letzten Dämmerlicht rollen wir auf den Camping Chácara do Forte in Caçapava do Sul. Was für ein Glückstreffer! Das Gelände ist riesig, um uns herum sind Pferde und Kühe und wir haben einen magischen Ausblick. Die Gastgeber sind super freundlich und da wir nur eine Nacht bleiben, ohne Strom, Wasser etc. zu benötigen, verlangen sie nichts von uns. Der Hammer!


Campingplatz Chácara do Forte in Caçapava do Sul Brasilien Marion Michael Marquardt Übernachten Park for Night
Campingplatz Chácara do Forte in Caçapava do Sul


Am nächsten Tag geht es frühmorgens weiter. Wir hoffen, dass wir etwas mehr Strecke machen als am Vortag. Immerhin haben wir heute keinen Grenzübergang vor uns. Aber die Straßen werden immer schlechter. Man kann kaum schneller als 60 km/h fahren und oft nicht mal das. Es sind richtig viele LKWs auf der Straße und bergauf hängen wir im Schneckentempo dahinter. Überholen ist oftmals schwierig oder gefährlich, was natürlich nicht heißt, dass die Brasilianer das nicht tun. Auch an diesem Tag schaffen wir nicht viel mehr als 500 km und wieder ist unsere Übernachtungsmöglichkeit ein Juwel. Wir quartieren uns beim Ecoturismo ArLivre in Anchieta ein. Das Gebiet liegt etwas höher und wir haben Ausblick auf eine sattgrüne Hügellandschaft soweit das Auge reicht, bei Sonnenuntergang absolut phänomenal. Im Ecoturismo können wir auch sehr günstig Abendessen und die lokalen, hausgemachten Spezialitäten probieren. Es gibt eine Wurst- und Käseplatte, für Micha ein Fleischgericht, dazu einen Ökowein. Alles sehr lecker. Frisches Gemüse und Obst sucht man allerdings vergeblich auf der Speisekarte. Das wird uns noch in Brasilien begleiten, die Hauptmahlzeit ist und bleibt Fleisch. Und natürlich viiiiiiiel Süßes.


Ein Highlight auf der Fahrt war unsere Bekanntschaft mit Paulo und Rita. Wir haben an einer Raststätte gerade den Ölstand geprüft, als wir mit ihm ins Gespräch gekommen sind. Apropos, ins Gespräch kommen ist gar nicht so einfach in Brasilien, denn es spricht so gut wie Niemand Englisch oder irgendeine Sprache außer Portugiesisch. Paulo kommt ursprünglich aus Portugal, lebt aber schon über 20 Jahre in Brasilien und spricht hervorragend Englisch. Und er hat 3 Jahre lang als Guide im Pantanal gearbeitet. Wie geil ist das denn? Die beiden nehmen sich Zeit für einen gemeinsamen Kaffee an der Raststätte und wir holen uns unzählige Insidertipps ab. Inklusiver einer Einladung zu Ihnen nach Hause. Paulo wohnt am südlichen Rand des Pantanals, in Aquidauana, wo wir auch noch hinwollen. Erstmal soll es allerdings in den Norden gehen. Die Einladung nehmen wir natürlich trotzdem gerne auf der Rückfahrt an. Wir tauschen Nummern aus und bekommen auf der Weiterfahrt erstmal noch zahlreiche Tipps und Kontakte für das nördliche Pantanal.


Auch an diesem Abend erwischen wir wieder einen wunderschönen Campingplatz an einem Flusslauf. Es ist Sonntag und der Platz ist belagert mit Brasilianern, die mit ihrer Boombox lautstark am Ufer feiern. Oh je! Wir wollten eigentlich Ruhe. Allerdings haben wir schon öfter gehört, dass die Südamerikaner, besonders an den Wochenenden, relativ wenig Verständnis für Ruhe und Entspannung anderer haben. Hier wird gefeiert ohne Ende. In dem Fall verzieht sich die Meute gottseidank zum Sonnenuntergang und es kehrt tatsächlich Ruhe ein. Mit der Nacht kommen allerdings auch die Moskitos. Inzwischen ist das Klima schon recht tropisch, wir sind auf Höhe von Rio Verde, im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Am nächsten Tag decken wir uns direkt mit Moskito Schutzmittel ein. Mit dem harten Zeug natürlich - über Autan lachen die lokalen Moskitos vermutlich. Dies ist nicht nur ein Schutz vor unangenehmen Stichen, sondern auch vor extrem fiesen Krankheiten wie Dengue Fieber.


Rio Verde Brasilien Campingplatz baden Marion und Michael Marquardt Camping
Ein erster Touch von Dschungel - bei Rio Verde

Wir beschließen einen etwas kürzeren Fahrtag einzulegen, um auf Paulos Tipp hin einen besonders schönen Wasserfall anzuschauen, den Cachoeira da Fumaça. In der Nähe soll es auch ein, zwei Campingplätze geben. Wir versuchen, den Wasserfall zu erreichen, aber vergeblich. Alles jenseits der Straße ist eingezäunt und mit Verbotsschildern versehen. Von Wanderwegen oder Trampelpfaden keine Spur. Nach knapp zwei Stunden geben wir auf. Dann fahren wir eben den Campingplatz an. Der müsste auch Flusszugang haben. Aber auch das wird ein Kalter… Der eine Campingplatz ist nur für Zelte ausgelegt (Anm. d. Red.: Obwohl unser Auto mit knapp 6m Länge wirklich nicht groß und sehr offroad tauglich ist, war der Campingplatz schlichtweg unzugänglich für uns), der andere existierte nicht mehr. Als wir an der Straße fragen, rät uns die nette Frau von Wildcamping ab, da es doch sehr gefährlich sei, an öffentlichen Plätzen zu stehen. Ratlos schauen wir sie an und fragen nach einer Alternative für JETZT. Die Sonne ist schon am untergehen. Nach einem kurzen Telefonat packt sie ihre zwei Babys ins Auto, und gibt uns zu verstehen, dass wir ihr folgen sollen. Wir werden bei ihren Freunden abgeliefert, Sonia und João, die selbst einen Camper und einen großen Garten in der Nähe von Jaciara haben. Dort dürfen wir übernachten. Wir werden so herzlich aufgenommen. Die beiden haben sogar einen privaten Flusszugang und wir können noch eine Runde im Abendlicht schwimmen! So unerwartet und so rührend. Abends ist die ganze Familie zugegen, mit Kind und Kegel, und begrüßt uns. Am nächsten Morgen dürfen wir erst aufbrechen nachdem wir ein Selfie gemacht und Kontaktdaten ausgetauscht haben. Und die Oma gibt uns noch den Segen Gottes mit auf den Weg. Kann nicht schaden :-)



Inzwischen sind es nur noch rund 5 Stunden Fahrzeit bis zur Transpantaneira. Wir können es kaum erwarten. In Cuiabá, der letzten Großstadt, füllen wir noch einmal alle Vorräte auf, bevor es in den Dschungel geht. Mit vollem Kühlschrank, 200 Liter Diesel und 110 Liter Wasser an Bord geht es los auf die Straße nach Porto Jofre. Straße ist allerdings relativ – es handelt sich um eine aufgeschüttete Wellblechpiste mit 127 Holzbrücken, die teilweise recht abenteuerlich sind und regelmäßig geflickt werden müssen. Das passiert meist erst dann, wenn es schon zu spät ist. Für manche Brücken gibt es eine Umfahrung, die logischerweise nur zur Trockenzeit funktioniert. Und die ist jetzt im September noch, gottseidank. Wir sind an dieser Stelle froh, ein Gefährt (voll beladen) unter 4 Tonnen Gesamtgewicht zu haben. Einige Brücken sind angeblich bis max. 5 Tonnen befahrbar. Um zu sehen, was passieren kann, muss man nur "googeln".


Eine der 127 Brücken der Transpantaneira Pocone Porto Jofre Jaguar Safari Bootstour Angeln Pantanal
Eine der 127 Brücken der Transpantaneira

Das Pantanal ist übrigens kein Sumpf, wie die wörtliche Übersetzung vermuten lassen könnte, sondern ein Überschwemmungsland. Grund dafür ist, das sehr geringe Gefälle des Rio Paraguai, der das Pantanal mit Wasser versorgt und auch entwässert. So können die Wassermengen, die während der Regenzeit aus dem nördlichen Hochland in das Pantanalbecken fließen, dieses nur sehr langsam Richtung Süden verlassen. Mit der Folge, dass ab ca. Dezember bis März ca. zwei Drittel des Gebiets teilweise metertief unter Wasser liegen. Zur restlichen Zeit allerdings ist es hier sehr trocken, so dass es sogar häufig Waldbrände gibt. Das Pantanal zur Trocken- und zur Regenzeit sind zwei verschiedene Welten. Zur Trockenzeit kann man die Tiere sehr gut an den wenigen verbleibenden Wasserlöchern oder am Flussufer beobachten.


Und bereits auf den ersten Kilometern der Transpantaneira entdecken wir das überbordende Artenreichtum. Es gibt Vögel noch und nöcher. So viele unterschiedliche Vögel auf einem Fleck haben wir noch nie gesehen. Angeblich gibt es rund 650 verschiedene Vogelarten und man mutmaßt, dass nicht mal alle entdeckt sind. Und an jeder Brücke sieht man die Kaimane rumliegen. Dazwischen finden sich häufig noch Capybaras, südamerikanische Wasserschweine. Sehen sie nicht süß aus?


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Capybaras und Kaiman - wer jagt hier wen

Die größten Nagetiere der Welt brauchen sich übrigens nicht vor den Kaimanen fürchten, die essen meist Fisch oder Amphibien. Angeblich greifen sie auch keine Menschen an. Wir wollen es lieber nicht ausprobieren. Die Zähne schauen zum Fürchten aus.


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Eine Freude für jeden Zahnarzt


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Der Rosalöffler - eine echte Erscheinung im Pantanal

Wir fahren am ersten Tag nur rund 30 km entlang der Transpantaneira. Arg schnell kommen wir nicht voran. Wir halten immer wieder für Fotos und Tierbeobachtungen an. Und auch die Straße an sich verhindert ein schnelles Vorankommen. Wir schleichen mit ca. 20 km/h entlang. Die Piste ist so holprig und staubig, dass wir uns und unserem Auto nicht mehr antun wollen. Anders die Einheimischen. Die brettern mit gefühlt 80 km/h entlang, und haben oftmals noch eine abenteuerliche Beladung. Naja, später erfahren wir, dass die Tourenveranstalter üblicherweise alle 2 Jahre ihren Fuhrpark erneuern. Das wollen wir natürlich nicht :-)


Wir quartieren uns in der Pousada UeSo Pantanal ein - eine 28 km² große Ranch, die Schweizern gehört. Hier treffen wir sogar auf deutsch und englischsprachige Guides. Auf dem Gelände gibt es auch einige Wanderwege, Seen und zwei 17m hohe Beobachtungstürme, von denen man einen tollen Ausblick hat. Als wir ankommen ist es – wie üblich – schon kurz vor Sonnenuntergang. Zeit für eine schnelle Beobachtungstour im letzten Abendlicht. Und wir entdecken tatsächlich noch Hyazinth Aras. Er ist der größte flugfähige Papagei und das Wahrzeichen des Pantanals, mit seinem strahlend blauen Gefieder. Eine echte Schönheit. Leider ist er mit ca. 4000 Exemplaren weltweit stark vom Aussterben bedroht. Hier im Pantanal flattern diese allerdings sehr oft um uns herum. Und auch einen Tukan und viele weitere bunte Vögel tummeln sich abends auf der Ranch. Ein magischer Ort. So beschließen wir, eine weitere Nacht hier zu bleiben. Wir nutzen den „freien Tag“ für Tierbeobachtungen zum Sonnenauf- und -untergang und entspannen ein bisschen am Pool und in der Hängematte von den stressigen Fahrtagen.


Pousada UeSo Pantanal Victoria Porto Jofre Pocone Jaguar Safari Transpantaneira, Tiere beobachten Highlights Brasilien Must See
Ein echtes Highlight - die Pousada UeSo Pantanal

Pousada UeSo Pantanal Victoria Porto Jofre Pocone Jaguar Safari Transpantaneira, Tiere beobachten Highlights Brasilien Must See
Wohlverdienter Power Nap nach den Fahrstrapazen

Pousada UeSo Pantanal Victoria Porto Jofre Pocone Jaguar Safari Transpantaneira, Tiere beobachten Highlights Brasilien Must See Gelbbrustaras Ara Papagei
Gelbbrustara - eine echte Erscheinung

Hyazinth Aras Pantanal Brasilien Transpantaneira Highlights Safari Jaguartour Porto Jofre Pocone Papageien
Der seltene Hyazinth-Ara ist vom Aussterben bedroht

Tukan, Transpantaneira Porto Jofre Pocone Pantanal Safari Vögel beobachten Highlights Brasilien Jaguar Tour
Tukane ziehen um diese Jahreszeit nach Argentinien, wir haben noch einen gefunden


Und dann geht es weiter nach Porto Jofre, wo wir eine Bootstour machen wollen, um Jaguare zu sehen. Wir sind gespannt! Auf unserem Weg nach Porto Jofre haben wir noch eine Anakonda gesehen. Genauer gesagt eine Gelbe Anakonda, die mit maximal 5 Metern und knapp 60 kg Körpergewicht der "Grossen Anakonda" aus dem Amazonas schon etwas nachsteht. Aber dennoch eine beeindruckende Entdeckung, welche nicht zu häufig gesichtet wird. Unsere war mit ca. 2 Metern ein Nachwuchsexemplar.


Die gelbe Anakonda Pantanal Brasilien Transpantaneira Porto Jofre Pocone Jaguar Safari Tiere beobachten Schlange Wildnis
Die gelbe Anakonda macht sich normalerweise rar

Die gelbe Anakonda Pantanal Brasilien Transpantaneira Porto Jofre Pocone Jaguar SafarinTiere beobachten Schlange Wildnis Highlights Brasilien



Vielleicht interessiert Euch noch, wie ...


... wir unsere Übernachtungsplätze finden: Meist nutzen wir die iOverlander App. Das ist eine Datenbank, wo viele Überlandreisende ihre Übernachtungsmöglichkeiten eintragen, sei es auf offiziellen oder inoffiziellen Campingplätzen oder gar wild, abseits von ausgewiesenen Stellplätzen. Letzteres ist uns allerdings meist zu heiß, und sogar von den Einheimischen wird davon abgeraten. Falls wir gar nichts finden, dann fragen wir uns durch. Und so ergeben sich meist die besten Erfahrungen, wie z.B. bei Sonia und João. Hier sieht man wie essenziell Kommunikation in Südamerika ist.


... wir uns verständigen. Leider spricht in Brasilien so gut wie keiner Englisch oder irgendeine Sprache außer Portugiesisch. Auch unser Italienisch, Französisch und Spanisch helfen nicht wirklich weiter, denn die Sprache ist einfach zu anders. Manches kann man im Geschriebenen noch erahnen, aber spätestens beim Sprechen versteht man wirklich nur noch Bahnhof. Die Portugiesen interessiert das meist nicht, sie plappern fröhlich drauf los. Manchmal klappt es dann mit Händen und Füßen, oft hilft nur noch der Google Translator. Gut, dass es die Offline Funktion gibt. Den Handyempfang ist fernab von Städten rar. Tatsächlich finde ich es sehr schade, dass wir nur so schlecht und stockend kommunizieren können, denn das macht das Land ja aus. Aber gelacht wird trotzdem immer viel.


... wir navigieren. Wenn wir Handyempfang haben, mit Google Maps. Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre. Wie gesagt, das Mobilfunknetz hat mehr Löcher als Emmentaler Käse. Ansonsten versuchen wir es mit offline Karten von openstreetmaps und entsprechenden Apps. Wir sind allerdings nicht wirklich begeistert von der Funktionalität. Und egal welche App, das Kartenmaterial hat seine Grenzen, die Realität sieht oft anders aus. Da wären wir wieder bei der Verständigung :-)


... wir mit dem brasilianischen Klima zurecht kommen. Anfangs hat es schon seine Zeit gedauert, sich von trockenen 15 Grad in Uruguay an die subtropischen 35-45 Grad zu akklimatisieren. Aber es hilft natürlich, dass man mit dem Auto langsam die Klimazonen wechselt. Inzwischen haben wir uns ganz gut eingelebt. Wir stehen meist mit dem Sonnenaufgang auf und sind dafür früh (gegen 21 Uhr) im Bett - alle Fenster im Camper offen, nur Mückengitter dran, den Ventilator auf Dauerbetrieb. Eine Familienpackung Moskito Schutzmittel ist unser ständiger Begleiter. Und viiiiiiiiel Trinken, wir haben vor allem Kokoswasser für uns entdeckt.



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